Von 1900 bis zur Eingemeindung 1938 …

Von 1900 bis zur Eingemeindung 1938 …

Karte 1943 - Kartenausschnitt: Archiv Topogr. Karten, Bayer. Landesvermessungsamt

 

Um 1900: Erste Siedlungstätigkeit

Durch den Baudrang der Gründerzeit und die schnelleren Verkehrsmittel rückt das Dorf in den Interessenkreis der Stadt München. Es wird zum Ausflugsziel im Westen: Kriegerheim, Weißbräu, Alter Wirt. Und zum begehrten Siedlungsgebiet: Die ersten Villen der “Gartenstadt-Südwest” werden von einer Heimstätten GmbH geplant, gebaut und verkauft.

Eine direkte Verkehrsverbindung, die “Würmtalstraße” mit einer Breite von fast 40 Metern, wird gebaut (Münchner Neueste Nachrichten: “Die Ludwigsstrasse des Münchner Westens”).

Siedlungs-Schwerpunkte um das Dorf

Für die Bauern waren die nahe am Hof liegenden Flächen die wertvollsten, sie wurden kaum verkauft. So entstanden die Siedlungen um das Dorf herum und der alte Kern blieb von Äckern und Wiesen umgeben.

Neben der vornehmen “Villenkolonie” entstanden (teilweise noch ohne Erschließung) die ersten “Kleinhäusel”.

Den hübschen Häuschen sieht man es kaum noch an, mit welcher Mühe sie oft erbaut wurden. Durch Inflation und Arbeitslosigkeit war kaum mehr als das Geld für das Grundstück vorhanden (1930 etwa 15 – 30 Goldpfennig pro Quadratfuß).

Erst musste mit Schubkarren der Humus von der zukünftigen Straße entfernt, später mit Hacke und Schaufel der Grund ausgehoben werden. Nur für die schwierigsten Arbeiten konnte man sich einen Baufachmann leisten.

Am Wochenende oder abends kamen die Häuselbauer mit dem Fahrrad aus ihren Stadtwohnungen und hatten nach vielen Monaten einen Keller oder ein Gartenhaus erstellt, in dem sie oft Jahre lebten. Von der ersparten Miete konnte dann weiteres Baumaterial beschafft werden, bis das Haus dann fertig war.

Zusammenstellung und Text: Otto Gugger
Fotos aus Privatbesitz Otto Gugger, tlw. unbekannter Herkunft