Die bäuerlichen Anfänge …

Die bäuerlichen Anfänge …

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Karte 1812 - Kartenausschnitt: Archiv Topogr. Karten, Bayer. Landesvermessungsamt


Zum ersten Mal tritt Großhadern als „vicus ad harderun“ in die Geschichte ein: Eine adelige Frau namens Imia schenkt ein Gut im Dorf dem Kloster Ebersberg, wie es im Cartular dort beurkundet ist. Das Jahr 1065 ist etwas willkürlich festgelegt, aber bis aus der ersten Besiedlung ein “vicus”, also ein Dorf entstand, dauerte es bestimmt über hundert Jahre.

Die Besiedlung erfolgt von einer der Urmarken an der Würm aus: Gräfelfing war schon 763 ein Kirchdorf. Zunächst als Weidewald genutzt, wird im Laufe der Zeit der Wald um die Siedlung gerodet und zum Ackerbau genutzt.

Über 500 Jahre lang verändert sich die Größe des Dorfes Groß- und Kleinhadern nicht. Es besteht aus 12 Anwesen (Höfen, Huben, Lehen). Die Zahl der Einwohner schwankt in dieser Zeit zwischen 100 – 130.

Eigentümer der Höfe sind Klöster und Adelige aus ganz unterschiedlichen Gegenden: Neuburg im Mangfalltal, Benediktbeuern, Eschenlohe, Scharnitz, im 13. und 14. Jhdt. Schäftlarn, Indersdorf, Dietramszell und Beuerberg. Die Bauern liefern genau festgesetzte Naturalien ab und leisten Hand- und Spanndienste. Der Lehensvertrag muss jährlich erneuert werden.

Wahrzeichen des alten Dorfes ist die Peterskirche an der heutigen Heiglhofstraße. Ursprünglich eine Peter- und Paulskirche (gotische Figuren in der Apsis), war sie Filialkirche Gräfelfings und wurde erstmals 1256 in einem Rechtsstreit um die Pfarrzugehörigkeit zwischen Lochham und Gräfelfing  erwähnt.

Um etwa 1500 wird das Kirchlein, ganz ähnlich der spätgotischen Mutterkirche in Gräfelfing, erweitert. Das barocke Aussehen erhält der Turm um 1860, wobei der quadratische Unterteil bestehen bleibt. Aus dieser Zeit stammt auch noch die Marienglocke.

Zusammenstellung und Text: Otto Gugger
Fotos aus Privatbesitz von Otto Gugger und Erwin Finkl